SPURLOS

Spurlos gehen diese Bilder an niemandem vorüber. Denn den Arbeiten des in Berlin lebenden Malers Dogan Dogan, die COMA in ihrer aktuellen Ausstellung zeigen, wohnt stets eine tiefe, beinahe spürbare Sehnsucht inne. Ihre intensive Erlebbarkeit rührt dabei von der malerischen Konzentration, vor allem aber von der Entscheidung für die Monochromie her, hat doch Dogan seine Palette für diese Werkgruppe ausschließlich auf den Farbton Weiß in all seinen Schattierungen reduziert. Catfight Beunruhigt von den Auswirkungen, die etwa Kriege und der Klimawandel auf das Leben von Mensch, Tier und Landschaft haben, setzt der Maler solchen Endzeitszenarien symbolhaft die ‚Nicht-Farbe’ Weiß entgegen; ein Farbton, in dem alle anderen Farben enthalten sind und der zugleich oft als Symbol für Reinheit, Wahrheit oder auch für ein Neugeborensein, einen kompletten Neuanfang verstanden wird. So sind die Spuren, die diese Kunst legt und schließlich beim Betrachter hinterlässt, einerseits sehr subtil und gleichzeitig sehr eindringlich: etwa seine figurativen Bilder von Tieren, die vielerorts schon als ausgerottet gelten beziehungsweise vom Aussterben bedroht sind. Galoppierende weiße Wildpferde, rennende Wölfe oder kämpfende Raubkatzen einerseits, in sich ruhende Tiergestalten mit tiefernsten Gesichtern andererseits scheinen den Kontakt mit dem Betrachter zu suchen, blicken ihn mitunter unmittelbar an und künden zugleich von großer Reife und Weisheit. Wieder andere Motive, stets sehr zart und mal in hellerem, mal in dunklerem Weiß gemalt, entwerfen kontemplative Landschaften wie etwa Birkenwälder, die den Wunsch aufkommen lassen, in diese Natur einzutreten oder gar, mehr noch, mit ihr zu verschmelzen. Dass dabei die Bildformate manchmal nahezu spurlos in die weiße Wand überzugehen scheinen, weckt beim Betrachter eine zusätzliche Ahnung von der Weite der abgebildeten Landschaften.